Merkmale und typische Risiken des Geschäfts
Synthetische Beschreibung der Struktur und der wirtschaftlichen
Zweckbestimmung des Geschäfts:
Ein die auf den Namen oder den Überbringer lautende
Bankeinlage verkörpernde Urkunde, die ausgegeben wird, um
kurz- und mittelfristige Spargelder zu sammeln. Sie bilden
"individuelle Rechtstitel", da jedes Papier, das ein
spezifisches Anleihegeschäft verkörpert, auf Anfrage des
einzelnen Kunden ausgegeben werden und so dessen spezifische
Bedürfnisse berücksichtigen kann (die Bank kann jedoch
identische Sparbriefe en bloc anbieten); sie werden generell "am
laufenden Band" angeboten. Die Sparbriefe weisen eine Laufzeit
von nicht weniger als 3 Monaten und nicht länger als 5
Jahren. Für die variabel verzinsten Ausgaben dürfen
ausschließlich Finanzparameter verwendet werden. Es können
kurz- wie auch mittel- und langfristige Parameter und eine
Kombination von mehreren Indikatoren angewandt werden. Die
Parameter müssen mit Kriterien der Sachlichkeit berechnet und
auf breiten und transparenten Märkten erhoben werden. Es muss
sich dabei um Indikatoren des Geldmarktes (z.B.: Rendite
der BOT, Euribor, LIBOR), um mittel- und langfristige
Indikatoren (z.B.: Rendite der m.-lfr. Staatspapiere) und
um Börsenindizes handeln. Im Falle der Ausgabe der Sparbriefe
ohne materielle Übergabe der Papiere, wird dem Kunden eine an
Dritte nicht abtretbare Quittung ausgestellt und die
Möglichkeit, das Papier ohne zusätzliche Spesen zu erhalten,
sichergestellt. Aus dem Umstand, dass das Papier nicht
verbrieft wird, folgen weder weitere Pflichten noch das
automatische Zustandekommen eines Wertpapierdepotvertrages,
außer die Geschäftsparteien wünschen dies ausdrücklich.
Hauptrisiken allgemeiner oder spezifischer Natur, die aus diesem
Geschäft herrühren:
- Unmöglichkeit, im Falle der festverzinsten Einlage in den Genuss
von eventuellen Zinssteigerungen auf dem Bankenmarkt zu kommen.
- Im Falle des indexiert oder variabel verzinsten Sparbrief
Möglichkeit der Zinssenkung in Verhältnis zum anfänglichen Zinssatz.
- Die Periodizität der entsprechenden Angleichung kann im Falle
des variablen Zinssatzes aufgrund der besonderen Merkmale des
Geldmarktes nicht im voraus festgelegt werden.
- Wechselkursrisiko, falls die Einlage in Fremdwährung (z.B.
US-Dollar oder japanische Yen) lauten sollte.
- Schwierigkeit bei der eventuellen Veräußerung der Summe vor
Fälligkeit des Sparbriefes.
- Betrügerischer Gebrauch des Überbringer-Sparbriefes seitens
Dritter, falls dieses verloren oder entwendet wurde, mit
folglicher Möglichkeit der Einlösung des Gegenwerts vonseiten
einer Person, die scheinbar rechtsmäßiger Inhaber ist; es ist
folglich unabdingbar, höchste Sorgfalt in der Aufbewahrung des
Sparbriefes walten zu lassen.
- Adressenausfallrisiko: aufgrund des Anschlusses an den Einlagensi-
cherungsfonds der Genossenschaftsbanken ist eine Deckung der Gutha-
ben aus dem Sparbrief für jeden Einleger mit einem Höchstbetrag
von 103.291,38 Euro vorgesehen.
Die Überbringersparbriefe sind von der Deckung dieser Sicherheits-
einrichtung ausgeschlossen.